Weltfrauentag 2021: Mehr Geschlechtergerechtigkeit vor Ort und im ganzen Land

Veröffentlicht am 08.03.2021 in Allgemein

Der Ortsvereinsvorstand setzt sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit ein - nicht nur am Weltfrauentag.

Auf der Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen hatte die Clara Zetkin mit dem Internationalen Frauentag erstmals einen Kampftag für Gleichberechtigung, Demokratie, Frieden und Sozialismus initiiert. Zetkin wollte damit mehr als nur das Frauenwahlrecht fordern: Ihr ging es um den Schutz von Arbeiterinnen, die soziale Fürsorge für Mutter und Kind, das Angebot von Kinderkrippen, internationale Solidarität und die die intensive Zusammenarbeit von organisierten Frauen. Damit steht Zetkin als Vorkämpferin für die Rechte der Frauen.

Heute, über 100 Jahre später, wurde hier schon viel erreicht, was die Gleichberechtigung von Frauen angeht: Die Einführung des Frauenwahlrechts, die Verankerung des Gleichberechtigungsgrundsatzes in der Verfassung, Modernisierungen des Ehe-, Familien- und Abtreibungsrechts, und viele weitere längst überfällige Schritte konnten in dieser Zeit erkämpft werden.

Doch dass wir noch lange nicht am Ende dieses Kampfes sind, wird gerade in der aktuellen Pandemiesituation wie in einem Brennglas sichtbar, die altbekannten Probleme werden noch sichtbarer. Wir sehen in einigen Bereichen eine Retraditionalisierung der Rollenverteilung, wie selbstverständlich wird erwartet, dass Frauen alles wuppen. Sie müssen zu ihrem normalen Alltag auch noch die Frühförderung, Beschulung und sportliche Förderung übernehmen. Studien zeigen, dass sich in der Corona-Krise in jedem zweiten Haushalt die Mutter alleine um die Kinder kümmert. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass gerade in Brennpunkten die Häusliche Gewalt zugenommen hat – vier von fünf Betroffenen sind Frauen.

Außerdem verdienen Frauen häufig weniger als Männer. Dies hat zum Einen mit den Berufsfeldern zu tun, in denen tendenziell mehr Frauen arbeiten, wie etwa den Gesundheits- und Pflegeberufen oder als Erzieherin. Hier hat die Pandemie gezeigt, wie wichtig diese Berufsfelder im Alltag für unsere Gesellschaft sind. Es ist längst überfällig, dass diese Berufe eine Aufwertung erfahren – insbesondere aus finanzieller Sicht.

Auch in gleichen Berufsfeldern gibt es weiterhin Aufholbedarf: in gleichen Berufen verdienen Frauen im Schnitt weniger als ihre männlichen Kollegen. Dieser „Gender-Pay-Gap“ muss dringend geschlossen werden. Dazu gehört auch, sich für mehr Frauen in Vorständen einzusetzen, etwa durch eine Quotierung. Aktuell beträgt der Anteil an Frauen in Führungspositionen lediglich 30 Prozent, in den Top 100-Unternehmen sind gerade einmal 12 Prozent der Vorstände weiblich – Vorstandsvorsitzende sind hier nur zu 2,6 Prozent Frauen. Noch einmal: zwei komma sechs Prozent.

Diese Bestandsaufnahme verdeutlicht, dass Artikel 3 Absatz zwei des Grundgesetzes, nämlich die Gleichberechtigung von Mann und Frau, noch längst nicht umgesetzt ist. Dass hier gehandelt werden muss, sieht ebenjener Absatz im Grundgesetz auch vor: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Dafür wollen wir uns in der SPD, sowohl vor Ort als auch auf Bundesebene, umso mehr einsetzen. Die Zeit der Sonntagsreden muss ein Ende haben.

Wir vor Ort werden uns parteiintern für einen stärkeren Ausgleich von Frauen und Männern beispielsweise in der Fraktion einsetzen, auch hier sind aktuell nur drei von zehn Mitgliedern weiblich. Deshalb wollen wir mit gezielten Veranstaltungen dafür werben, verstärkt Frauen für die aktive Mitarbeit zu gewinnen.

Auf Bundesebene fordert die SPD in ihrem Zukunftsprogramm ein Gesetz für gleiche Löhne, Unternehmen und Verwaltungen sollen Löhne und Gehälter im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit überprüfen und anpassen müssen. Auch in politischen Gremien sollen Paritätsgesetze für mehr Gleichberechtigung sorgen. Vorstände von börsennotierten großen Unternehmen müssen mindestens eine Frau im Vorstand haben; hier sieht die SPD weiteren Handlungsbedarf – auch für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, etwa durch Förderprogramme. Mit einer Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro werden zudem insbesondere die Berufsfelder gestärkt, in denen häufig Frauen in der Mehrheit sind.

Wir schauen heute also mit gemischten Gefühlen auf diesen Tag: Zum Einen wurde viel erreicht, und es ist wichtig, dass mit dem heutigen Tag auf geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten hingewiesen wird – gleichzeitig hat Corona uns verdeutlicht, dass es noch dringenden Handlungsbedarf gibt. Wir als Teil der SPD wollen weiterhin an der Seite der Frauenrechtsbewegung stehen und mit Aktivitäten vor Ort und im Bund für mehr Geschlechtergerechtigkeit sorgen.

Für die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) der SPD in Dülmen

Anke Pohlschmidt

Für den Ortsverein Dülmen der SPD

Simon Peletz

 

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