Überraschende Wendung: Bahnunterführung wird testweise für Autos gesperrt

Veröffentlicht am 25.09.2021 in Allgemein

Die SPD kämpft schon lange für die Schließung - zuletzt auch unterstützt durch Landtagsabgeordneten André Stinka.

Die Diskussion um eine probeweise Schließung der Bahnunterführung am Haverlandweg für den motorisierten Verkehr nahm am Donnerstag eine überraschende Wendung: Die CDU-Fraktion, bisher für die Offenhaltung der Unterführung, sprach sich plötzlich doch für die Schließung aus. „Eine erfreuliche Nachricht für alle Radfahrenden“, betonte der SPD-Sprecher im Bauausschuss, Matthias Rochol. „Wir kämpfen seit Jahren für die Schließung, und jetzt ist es uns endlich gelungen.“

Denn seit dem Beschluss zur Schaffung von vier Fahrradstraßen, darunter auch der Haverlandweg, rückte auch die Diskussion über eine Schließung wieder in den Vordergrund. „Die SPD hatte dabei stets eine klare Meinung: Um den Radverkehr flüssig fließen zu lassen und ein Ausnutzen von Autofahrern von der Fahrradstraße als Vorfahrtstraße zu verhindern, muss die Unterführung geschlossen werden.“ Zuletzt hatte die SPD-Fraktion eine probeweise Sperrung Anfang des Jahres beantragt, dies wurde von CDU und FDP zunächst abgelehnt. „Damit stellten sich die Fraktionen gegen die Positionen von Verkehrsexperten und Anwohnern des Haverlandwegs, die weit überwiegend ebenfalls eine Sperrung für Autos bevorzugten“, rekapituliert Rochol.

Denn im erst 2018 verabschiedeten Nahmobilitätskonzept kommen Verkehrsexperten zum Schluss: Eine Sperrung für den motorisierten Verkehr sei bei Einführung einer Fahrradstraße sogar „erforderlich“, die Auswirkungen auf anliegende Straßen wurde gleichzeitig als verträglich eingestuft. Nach dem Offenhalten durch CDU und FDP regte sich insbesondere bei Radaktivisten und Anwohnern Widerstand: Mit Demonstrationen an der Bahnunterführung forderten etwa der ADFC, die Bewegung DüNaMi und die Friedensfreunde Dülmen eine Sperrung – auch die SPD nahm hieran teil. „Der Radverkehr muss gerade mit dem Ziel auf ein klimaneutrales Dülmen unbedingt gestärkt werden, und dazu ist die Sperrung notwendig“, erklärte Rochol noch im Juni.

Die überraschende Wende der CDU-Mehrheitsfraktion im Bauausschuss freut die SPD-Fraktion deshalb besonders: „Die CDU scheint sich unsere überzeugenden Argumente noch einmal durchgelesen zu haben und den einzig vernünftigen Schluss gezogen zu haben“, lobt Rochol. Die im Bauausschuss fraktionsübergreifend und einstimmig beschlossene Testphase diene zudem dazu, bei möglichen negativen Auswirkungen eine andere Lösung zu prüfen. „Der monatelange Kampf der SPD für die Einführung dieser Testphase an der Seite von Anwohnern, Verkehrsexperten und Fahrradaktivisten hat sich also endlich gelohnt“, freut sich Rochol. Er sei gespannt, wie die zweijährige Testphase verlaufen wird, sie soll ab 2022 mit Fertigstellung des Haverlandwegs als Fahrradstraße starten.

 

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